Nichtionisierende Strahlung

Elektrosmog ist ein gesellschaftspolitisches Thema, das zu tief greifenden Kontroversen führt. Der Umgang mit diesem Thema ist allerdings schwierig. Wohl deshalb, weil sich die rationalen Grundlagen dieses Umweltphänomens so schwer erschließen lassen: Strahlung können wir nicht hören, wir können sie nicht fühlen und nicht riechen. Allenfalls verspüren wir Wirkungen, zu deren Ursachenerforschung wir aber höchst komplizierte Physik und Medizin bemühen müssen.

Es kommt hinzu, dass in der Wissenschaft noch große Unsicherheiten über die möglichen Auswirkungen nichtionisierender Strahlung auf die Gesundheit bestehen. Bei starker Strahlungsbelastung sind die schädlichen Auswirkungen zwar bewiesen und anerkannt. Bei schwachen Immissionen hingegen ist das Bild weniger klar. Es sind zwar biologische Wirkungen im Labor nachgewiesen, doch streiten sich die Wissenschaftler noch, ob diese schädlich sind oder nicht.

Es wurden statistische Vergleiche zwischen stark und schwach exponierten Bevölkerungsgruppen angestellt. Das Resultat solcher Untersuchungen ist widersprüchlich; zum Teil wird ein erhöhtes Risiko für beispielsweise Leukämie oder Schlafstörungen gefunden, andere Untersuchungen zeigen keine solchen Auffälligkeiten.

Das Wissen gleicht einem Mosaik, von dem erst einzelne Steine vorliegen und für das eine kohärente Erklärungstheorie fehlt. Ist sich schon die Wissenschaft über die Bedeutung ihrer Befunde nicht einig, so finden erst recht heftige Auseinandersetzungen zwischen Anlagenbetreibern und kritisch eingestellten Personengruppen statt. Die Industrie verlangt zuerst den Beweis der Schädlichkeit, bevor sie Immissionen begrenzen will. Umweltorganisationen, besorgte Ärzte, Bürger und Bürgerinnen hingegen wehren sich dagegen, dass mit der Bevölkerung ein Großversuch durchgeführt wird; sie verlangen vor der Einführung einer neuen Technologie den Beweis, dass diese unschädlich ist.

Trotz aller Unsicherheiten müssen schon heute Grenzen gesetzt werden. Denn eines steht fest: Die Strahlungsbelastung wird weiter zunehmen! Es geht nun darum, festzulegen, welche Belastungen zumutbar sind und welche nicht. Elektrosmog muss so weit begrenzt werden, als es die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten erlauben, mindestens aber so weit, dass er für Menschen weder schädlich noch lästig ist.

Die Belastung durch nichtionisierende Strahlung wird weiter zunehmen und vielfältiger werden. Diese Entwicklung hat ihre Ursache in den zahlreichen neuen Technologien, die sich in den nächsten Jahren durchsetzen werden. Bei der Entwicklung der neuen Technologien muss deshalb der Grundsatz gelten: so wenig Strahlung wie möglich.

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